RSS. Die praktische Unbekannte

RSS. Die praktische Unbekannte

Techniken, die man tagtäglich selbstverständlich einsetzt, müssen für andere Leute noch lange nicht selbstverständlich sein. Es kommt sogar oft vor, dass sie Freunden und Kollegen bislang völlig unbekannt geblieben sind. RSS ist ein gutes Beispiel hierfür – schade eigentlich.

RS, Was?

RSS (Really Simple Syndication) ist eine feine Technik. Sie ist praktisch, effizient und hat sich seit inzwischen mehr als 10 Jahren bewährt. RSS ist quasi die Abonnement-Funktion für Web-Inhalte und im Prinzip recht simpel. RSS ermöglicht es den Betreibern von Webseiten, Änderungen auf ihren Seiten in einem standardisierten Format zu veröffentlichen, das sich in etwa mit einem Nachrichten-Ticker vergleichen lässt. Dieser Ticker wird auch RSS-Feed genannt kann von den Lesern der Seite mit Hilfe eines RSS-Readers abonniert werden.

Feed it!

Ein RSS-Feed, zum Beispiel meiner, speist sich in der Regel mit den Artikeln einer Webseite. Da viele Seiten jedoch zusätzliche Feeds anbieten, lassen sich sehr spezielle Abonnements bewerkstelligen. Es ist ohne Weiteres möglich, sich einen Mix zusammenzustellen, der beispielsweise so aussieht: Alle Artikel von Nachrichtenseite A, Artikel des Ressorts “Politik” von Nachrichtenseite B, alle Artikel des Autors xy von Seite C, alle Kommentare zu Artikel xy auf Seite D, der witzige Youtube-Kanal E, alle neuen Bilder in der Hobby-Fotogruppe auf Fotoseite F, alle neuen Stellenangebote auf Seite G, neue Wohnungsangebote auf Seite H und so weiter und so fort.

Der persönliche Info-Kanal

Abonnieren lassen sich ganz unterschiedliche Quellen und die Möglichkeiten der individuellen Zusammenstellung sind recht vielfältig. Die Vorteile von RSS liegen aber nicht nur in der flexiblen Kombination der Quellen, sondern kommen erst durch den eigentlichen Konsum von Web-Inhalten per Abonnement zur Geltung. Denn wer mehrere Seiten abonniert hat und informiert wird, sobald neue Inhalte vorhanden sind, nimmt eine merkliche Zeitersparnis wahr, da die entsprechenden Seiten nicht mehr ausschließlich manuell angesteuert und auf Neuigkeiten hin überprüft werden müssen.

Durch RSS ist es problemlos möglich, thematische Sammlungen von Feeds zu erstellen und somit dutzende Webseiten im Auge zu behalten. Feed-Sammlungen sind ideal, um zeitsparend auf dem Laufenden zu bleiben und lassen sich, als eine Art persönlicher Fach-Informationsdienst, natürlich auch beruflich nutzen, um über bestimmte Entwicklungen und Neuigkeiten frühzeitig informiert zu werden.

Abonnieren und organisieren

Ob eine Seite einen RSS-Feed bereit stellt, lässt sich ganz einfach rechts in der Adresszeile des Browsers erkennen. Entweder findet sich dort das Wort „RSS” oder ein kleines Funkwellen-Icon. So kommt man an die spezifische Feed-Adresse, die sich dann mithilfe eines Feed-Readers abonnieren lässt.

Bevor es losgeht, steht jedoch noch die Wahl eines Feed-Readers an, in dem die Abonnements verwaltet und gelesen werden. Dies ist eine nicht ganz unwichtige Entscheidung, wenn man mit RSS arbeiten will, denn es gibt eine breite Palette von Lösungen, die jeweils eigene Ansätze verfolgen. Ich persönlich nutzte den Google Reader, da er wie eigentlich alle Google Produkte sehr schlank, schnell, übersichtlich und zuverlässig ist. Der große Vorteil des Google Reader ist, dass er sich den Lesestatus der Feed-Inhalte merkt und sich somit sehr gut mit mehreren Rechnern und vor allem unterwegs auf Smartphones nutzen lässt.

Traumkombination: Reeder und Instapaper

Pro-Tipp: Das dynamische Duo

Keine Frage, wer RSS intensiv nutzt und wie ich an die 100 Feeds verfolgt, der läuft unweigerlich Gefahr sehr viel Zeit im Feed-Reader zu vergeuden. Ich nutze RSS daher meist morgens routinemäßig beim Frühstück auf dem iPhone als Tageszeitung-Ersatz und schwöre auf die Kombination der Programme Reeder und Instapaper.

Reeder ist ein sehr schöner und leistungsstarker Client für den Google Reader, mit dem sich Artikel, für die man gerade leider keine Zeit hat, mit einem Klick an Instapaper (hier an anderer Stelle bereits vorgestellt) weiterreichen lassen. Ausgerüstet mit dieser Kombination lassen sich auch hohe Feed-Aufkommen recht entspannt handhaben.

Pro-Tipp: Feeds aufs Telefon schieben

Einzelne wichtige Feeds lassen sich mit Programmen wie beispielsweise dem großartigen, aber leider grafisch etwas verhunzten Boxcar, auf das Smartphone weiterleiten. Neue Einträge im Feed kommen so, wie eine SMS, mit Ton direkt auf das Telefon und sind daher kaum zu übersehen. Ich nutze diese Funktion nicht, aber es gibt bestimmt legitime Anwendungsfälle hierfür.

Responses to RSS. Die praktische Unbekannte

  1. tess says:

    kannte ich noch nicht. danke :-)

  2. Torsten says:

    Hi Sven,

    Ich habe hier noch zwei kleine Ergänzungen:
    Zwei kleine Erweiterungen für Safari, die Geld sparen und auch noch echt nützlich sind.
    1. Die Erweiterung ‘Ad to Google Reader’ von Rob Wilkerson.
    Sollte man den Wunsch verspüren, eine Seite seinen RSS hinzuzufügen kann man eigentlich einfach auf das entsprechende Symbol in der Adresszeile klicken, leider führt dieses dazu, dass es nun in der Mail.app verschwindet und auf einen Weg in eine sync – Sackgasse ist. Hier springt ‘Ad to Google Reader’ ein. Statt in die Mail.app landet der Feed, wie der Name schon vermuten lässt, in Google Reader! Hier der Link: http://codaset.com/robwilkerson/add-to-google-reader/wiki

    2. Auch eine Erweiterung (!) mit dem Namen ’3 Column Google Reader’ von Zackary Corbett.
    Diese Erweiterung ist einfach nur hübsch! Es lässt die Gefolge Reader Internetseite so ausschauen, wie die UI von Reeder for iPad, bzw. for Mac (welches 7,99€ im MAS kostet). Leider fehlt die Readability-Funktion und die Twitter/Facebook Anbindung, aber es macht das betrachten der Feeds ungemein angenehmer.
    Links:
    3 Column Google Reader: http://zackarycorbett.com/#finished
    Reeder for Mac: http://itunes.apple.com/de/app/reeder/id439845554?mt=12

    Noch einen schönen Tag und ich hoffe dir/euch gefallen die Ergänzungen!

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