Zehn Filme für den Rest des Winters

Es ist Januar. Es ist dunkel, die Abende sind lang und das wird noch eine ganze Zeit so bleiben. Perfekte Voraussetzungen, um mal wieder einen guten Film zu schauen. Ich hab in den letzten Wochen jedenfalls wieder häufiger einen Film eingeworfen und dabei alte Bekannte nochmals geschaut, aber auch vielen neueren Werken eine Chance gegeben.

Wenn ihr demnächst also abends in eurer warmen Wohnung hockt und euch nicht entscheiden könnt, dann kann euch diese Auswahl toller Filme sicherlich weiterhelfen.


Shutter Island
DiCaprio zum Ersten. In einem neuen Film von Martin Scorsese.
Shutter Island ist ein sehr düsterer und ungemein atmosphärisch dichter Psychothriller über eine Insel, die eine psychiatrische Anstalt für Schwerverbrecher beherbergt, auf der düstere Machenschaften vermutet werden. Der Film ist wirklich spannend, kommt einem zuweilen aber ein wenig klischeebehaftet vor. Dies ist jedoch beabsichtigt. Lasst euch nicht irritieren und bleibt bis zum Schluss dran, denn das Ende hält die ein oder andere Überraschung bereit.

Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte
Eine sehr skurrile Ruhrpottgeschichte über einen Medizinstudenten, der nach einem üblen Trip mit anschließenden Krankenhausaufenthalt von seinem rigorosen Vater zur Entziehung in einen Hundezwinger gesperrt wird. Und zwar so lange, bis er den kurzerhand gekauften Kiosk-Arztroman „Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte“ auswendig gelernt hat. In der Zwischenzeit wird er allerdings nicht nur von seiner Freundin sondern auch von seinem Dealer und dessen extrem verhaltensgestörten Bruder gesucht…

Man from Earth
Ein Hochschullehrer quittiert seinen Job und macht sich bereit, weg zu ziehen und ein neues Leben anzufangen. Seine etwas überrumpelten und verwirrten Kollegen besuchen ihn, fragen nach dem Grund und bekommen als Antwort eine völlig irrwitzige und kaum zu glaubende Geschichte zu hören. Mehr darf ich über diesen Film wirklich nicht sagen, da er sonst keinen Spaß mehr macht. Ein toller Film, der nur aus Dialog besteht und der sehr zum Nachdenken anregt. Falls ihr ihn schauen wollt, tut euch den Gefallen und lest unter keinen, aber auch absolut gar keinen Umständen irgendeine Inhaltsangabe! Nicht auf der Rückseite einer DVD, nicht auf amazon, nicht auf IMdb, nicht auf Wikipedia. Bloß nichts lesen! Daher auch hier kein Trailer!

Der fantastische Mr. Fox
Der neuste Streich von Wes Anderson ist ein Stop-Motion-Animationsfilm mit handgemachten Puppen vor Miniaturkulissen. Der Film erzählt die Geschichte von Mr. Fox, der seiner Frau eigentlich versprochen hat, keine Hühner mehr zu stehlen. Doch Mr. Fox kann es einfach nicht lassen und geht auch in der neuen Nachbarschaft bei den fiesen Bauern Boggis, Bunce und Bean auf Beutejagd, wodurch die Situation etwas eskaliert.
Die Optik und die ganze Machart des Films sind einfach wunderbar und eine willkommene Abwechslung zwischen all den computeranimierten Animationsfilmen.

Drachenzähmen leicht gemacht
Bei all der Begeisterung für den Charme des handgemachten fantastischen Mr. Fox möchte ich allerdings darauf hinweisen, dass heutzutage durchaus ebenso charmante computergenerierte Animationsfilme entstehen. Bestes Beispiel, dass dem so ist: Drachenzähmen leicht gemacht aus dem letzten Jahr. Lustig, liebevoll und einfach schöne leichte Kost.

The Royal Tenenbaums
Noch ein Film von Wes Andersen. The Royal Tenenbaums ist sein drittes Werk und taucht ein in den Mikrokosmos der Familie Tenenbaum. Ich mag Familiengeschichten und diese hier ist wirklich sehr sympathisch und tragigkomisch. Alle Mitglieder dieser Familie sowie alle aus dem näheren Umfeld haben ausnahmslos gehörig einen an der Waffel und werden von einem toll besetzten und sehr namenhaften Schauspieler-Ensemble verkörpert.

Fargo
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Leute diesen Film nicht kennen. Das muss sich ändern. Denn Fargo ist eine sehr sehenswerte schwarzhumorige Kriminalgeschichte im nördlichen Mittelwesten der USA, die ihren Reiz aus dem Kontrast zwischen Liebenswürdigkeit, Provinzialität und Harmonie auf der einen Seite und roher, fieser und völlig sinnloser Gewalt auf der anderen Seite zieht. Fargo ist ein Independent-Kultifilm und das völlig zu Recht.

Inception
DiCaprio zum Zweiten. Inception war einer der Blockbuster des Kinojahrs 2010 und wird bereits als bedeutendster Science-Fiction-Film seit Matrix angesehen. Ich persönlich finde zwar nicht, dass er an Matrix heran kommt, dennoch ist Inception ein sehr guter und sehr sehenswerter Film mit grandiosen Bildern und einer wirklich originellen Story. Ich finde es bemerkenswert und sehr zu begrüßen, dass ein solch komplexer und anspruchsvoller Film mit einem einem derart hohen Budget und Aufwand produziert wird. Actionkino, bei dem das Gehirn nicht mit an der Garderobe mit abgegeben werden muss.

L.A. Crash
Ein Film über Gewalt, Rassismus und jede Menge unvorhergesehene Situationen in der Metropole Los Angeles. Ein Episodenfilm, dessen Einzelteile alle miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Bei L.A. Crash scheiden sich die Geister. Viele finden ihn toll und sehenswert, andere halten ihn für zu klischeehaft und melodramatisch. Ich habe ihn letzte Woche zum zweiten Mal gesehen und finde ihn großartig in hohem Maße sehenswert.

Brazil
Terry Gilliams dystopischer Klassiker in bester Tradition von Orwells 1984 ist ein visuell herausragender Film mit tollen Settings, wunderbaren Schauspielern und einer passenderweise äußerst absurden und gleichzeitig beklemmenden Atmosphäre. Wer Brazil noch nicht gesehen hat, sollte dies schnellstens nachholen.

One Response to Zehn Filme für den Rest des Winters

  1. Torsten Dobe says:

    Tolle Filme hast du dir da ausgesucht! Kann ALLE auch nur empfehlen! Gruß

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