In the sync

In the sync

Ich finde mobile Computer ziemlich cool. Ich hab daher auch mehrere, momentan ein Macbook Pro und mein geliebtes iPhone. Vielleicht kommen auch noch welche dazu, wer weiß das schon. Der Nachteil an mehreren Geräten ist natürlich, dass man Gefahr läuft, wichtige Daten nicht zur Hand zu haben, da man sie auf dem Gerät abgespeichert hat, das man ausgerechnet jetzt dummerweise nicht dabei hat.

Ich bin deshalb ein Fan von Synchronisierung geworden. Synchronisierung ist einfach total praktisch, denn synchrone Daten können einem unter Umständen den Arsch retten. Daher habe in den letzten Monaten meine täglich im Einsatz befindliche Software einer Generalinspektion unterzogen und mir dabei folgende Frage gestellt: Ermöglicht mir dieses Programm, meine Daten zwischen meinen Geräten synchron zu halten?

Ein neues Setup musste her

Im Zuge dieser Maßnahme sind einige alte Bekannte von meiner Festplatte verschwunden und einige neue Kandidaten haben sich dazu gesellt, die natürlich erst einmal hinreichend beschnuppert werden wollten. Inzwischen kristallisiert sich bei mir ein ganz brauchbares Setup heraus, das zwar noch weit vom Rundum-Wohlfühl Zustand entfernt ist, das aber mehr oder weniger funktioniert und dessen Schwächen sich zumindest benennen lassen. Vielleicht ist für den Ein oder Anderen von Euch ein ganz brauchbarer Tipp dabei.

E-Mails » Apple Mail

Ich bin ganz zufrieden mit Apples mitgeliefertem Mailprogramm und habe meine Postfächer alle als IMAP-Accounts angelegt. Die Synchronisierung zwischen iPhone und Mac funktioniert damit tadellos. Unterwegs auf dem Telefon gelesene Mails werden mir so auch am Laptop als bereits gelesen angezeigt. So soll es sein.

Notizen » Evernote

Seit etwa Juni habe ich Evernote im Einsatz. Evernote ist eine Cross-Plattform Notizverwaltung mit der man Textnotizen, Fotoschnappschüsse, Sprachmemos und -aufzeichungen und sogar kleine Videoschnipsel und Website-Schnappschüsse sehr schnell erstellen, verschlagworten und in Form von Projekten thematisch zuordnen kann. Die Desktopversion gibt es für Mac und Windows sowohl als kostenlose Basis- und als kostenpflichtige Pro-Version, wobei mir die Basisversion vollkommen ausreicht. Zur Desktopanwendung gesellt sich ein ebenfalls kostenloser Onlinespeicher, auf den alle erstellten Daten sowie deren Änderungen automatisch kopiert werden. So hat man schonmal sehr schnell ein Online-Backup für Notizen und das auch noch kostenlos. Super. Zu dieser Ausstattung gesellen sich dann je nach Bedarf mobile Clients für iPhone, iPod/Pad, Android, Blackberry und einige andere mobile Plattformen, die jeweils für kleine Eurobeträge in den jeweiligen Stores der mobilen Plattform erworben werden können. Diese synchronisieren wiederum ganz wunderbar mit dem Onlinespeicher und von dem an alle anderen Geräte auf denen Evernote installiert ist. Evernote funktioniert für mich super. Am Laptop schreibe ich beispielsweise eine Liste mit Aspekten, die mein nächster Aufsatz auf jeden Fall enthalten soll. Diese Liste ist abends noch nicht fertig und das weiß ich. Auf der Heimfahrt mit der Bahn kommen mir noch zwei weitere Aspekte in den Sinn, die ich dank der Evernote App auf dem iPhone direkt der Liste hinzufügen kann, denn in der Zwischenzeit ist diese ja schon von meinem Laptop ins Internet gewandert und wird von dort nun auf mein Telefon geladen. Zack, die beiden neuen Aspekte kurz notiert und abgespeichert, schon lädt mein Telefon die neue Liste ins Internet und ich kann am nächsten Morgen am Laptop im Büro an der aktuellen Liste weiterarbeiten. Großartig.

Aufgabenverwaltung » Things

Ich hab in den letzten Jahren schon mehrere Versuche gestartet, mich mit Hilfe des Getting Things Done (GTD) Prinzips besser und effizienter zu strukturieren. Hat aber alles nicht funktioniert. Die Gründe waren denke ich vielfältig und hatten sowohl etwas mit falscher Auslegung des Prinzips, fehlendem Willen, fehlender Disziplin und – das ist nicht unentscheidend – damit zu tun, dass ich die entsprechenden Programme nur auf meinem Telefon installiert habe. Ich arbeite aber hauptsächlich am Mac und brauche logischerweise vor allem hier die Übersicht über zu erledigende Aufgaben. Aber eben nicht nur hier sondern auch unterwegs einsehbar auf dem Telefon. Meine Bemühungen wurden daher nicht nur durch mangelnde Disziplin sondern auch durch fehlende Synchronisierung der Aufgabenlisten erschwert. Seit ca. einem Monat habe ich aber einen neuen Versuch gestartet. Diesmal kommt bei mir neben Things auf dem iPhone parallel auch Things für den Mac zum Einsatz. Beides sind extrem schicke, extrem simple Programme mit denen man seine Aufgaben sammeln, thematisch ordnen, mit Fälligkeiten und Prioritäten versehen und nach Erledigung endlich abhaken kann. Erledigte und neue Aufgaben werden zwischen den Geräten leider nur synchronisiert, wenn sich beide Gerät im gleichen WLAN befinden und beide Programme gleichzeitig geöffnet sind. Dass man quasi händisch im WLAN syncen muss ist eine dicke Einschränkung, denn genau diesen Akt vergisst man gerne mal. Eine Synchronisierung über einen Webserver wäre zukünftig sehr zu wünschen. Trotz dieser Einschränkung ist Things sehr solide, intuitiv, schnell zu bedienen und macht, was es soll. Wenn man jedoch nicht wirklich diszipliniert seine Aufgaben abarbeitet, macht eine Aufgabenverwaltung keinen Sinn. Genau an dieser Motivation sollten die Entwickler meiner Meinung nach ansetzen. Toll wären Punkte für erledigte Aufgaben oder die Teilnahmeberechtigung an Gewinnspielen bei 100% Erledigung am Ende eines Monats…

RSS-Feeds » GoogleReader + Reeder App

Für mich fängt der Tag nicht mit der Tageszeitung an sondern mit der morgendlichen Lektüre meiner abonnierten Blogs und sonstigen RSS-Feeds. Diese Lese ich auf dem Laptop, schaffe aber manchmal nicht alles und möchte ggf. im Laufe des Tages unterwegs (beispielsweise im Zug) die Artikel lesen, die ich morgens nicht geschafft habe. Newsfeeds abonniere ich per Google Reader und lese sie praktischerweise gleich im Safari. Ich habe auch schon mit NetNewsWire rumprobiert aber irgendwie war das nichts für mich. Es musste also ein Feedreader für das iPhone her, der auf meinen GoogleReader zugreift und bereits gelesene Artikel auch als “gelesen” markiert. Es ginge natürlich auch die mobile GoogleReader Seite aber ich wollte eine eigene App für den Anwendungsfall „ich will jetzt neue Blogeinträge lesen“. Diese App gibt es glücklicherweise. Sie heißt Reeder, kostet ein paar wenige Euro und funktioniert super.

Wichtige Dateien » Dropbox

Kennt wahrscheinlich jeder. Dropbox ist ein super praktisches und tolles Programm, dass sich verdientermaßen stark herumgesprochen hat und inzwischen auf vielen Rechnern im Einsatz ist. Mit der Basisversion bekommt man 2GB Speicher auf dem Dropbox Server und richtet sich auf dem Rechner einen entsprechenden Ordner ein, der ganz problemlos und komfortabel ständig mit dem Webspace hin und her synchronisiert. Man kann auch Ordner mit anderen Leuten teilen, im Web freigeben und und und. Super Service, von dem ich mir wünschen würde, dass Apple ihn schon einkauft und ganz ganz tief als integralen Bestandteil des Mac OS verankert hätte. Dropbox gibt es auch für´s iPhone, so dass man unterwegs auf seine wichtigsten aktuellen Dateien zugreifen kann. Super. So super, dass ich mir sogar ernsthaft vorstellen könnte, zukünftig den 50GB Account zu shoppen…

Kalender + Adressen » ****!!!!

Der Schwachpunkt in meinem Setup. Ich möchte weiterhin gerne Apples Adressbuch und iCal benutzen, möchte aber zum Abgleich meiner Kontakte und Kalendereinträge nicht mein iPhone per Kabel!!! mit dem Mac verbinden und die Daten über iTunes (einem Musikabspielprogramm!!!) synchronsieren. Ich weiß, für diesen Zweck gibt es einen Service und der nennt sich MobileMe, aber den finde ich leider total überteuert. Ich habe mir mal 4 Wochen einen Probeaccount zugelegt und rumgetestet aber der Service ist die 79,00€ im Jahr einfach nicht wert. Ich muss also weiter Kabel benutzen und gerate in Situationen, wo ich die Nummer oder den entsprechenden Kalendereintrag mit den wichtigen Infos nicht dabei habe. Es ist totales Elend. Ich prangere das an!

Datenbanken » DevonThink

Seit inzwischen 4 Jahren benutze ich für alle größeren Recherche- und / oder Schreibprojekte eine Datenbanklösung, die sowohl Officedokumente als auch PDFs, Bilder und sogar Webseiten per eingebautem Browser verwalten und darstellen kann. Die Software nennt sich DevonThink, ist nicht ganz unkomplex und stammt von einer dieser sympathischen Mac-only Softwareschmieden. Ich müsste allerdings nicht nur meine Desktopversion mal updaten, was nicht ganz billig wird sondern mir auch mal die mobile App besorgen, denn die gibt es inzwischen auch. Auch hier rückt also Synchronisierung für mich in erreichbare Nähe.

Bookmarks » Delicious

Bookmarks hat man auch gerne dabei. Keine Frage. Delicious bietet sich hier mehr als an, entweder per mobiler Webseite oder per Applikation. Habe in letzter Zeit öfter mal von der Software Delibar gehört, und die sieht auch ganz nett aus. Konnte sie aber noch nicht austesten. Kommt vielleicht noch. Solange tut´s die mobile Seite.

Passwörter » 1Password?

Fehlen eigentlich nur noch Passwörter, die man gerne auf allen Geräten dabei und immer schön synchron hätte. Hierfür gibt es, wie ich immer wieder höre/lese wohl seit längerem mit der Software 1Password DIE perfekt Lösung. So richtig getraut habe ich mich allerdings noch nicht, mein Passwordwirrwarr konsequent umzukrempeln und alles per 1Password zu organisieren…

Responses to In the sync

  1. Torsten Dobe says:

    Hallo Sven!
    Finde deinen Artikel richtig gut beschrieben. Einige Sachen, die du beschreibst benutze ich auch. Andere kannte ich gar nicht und manche benutze ich…höhöhö. Leider habe ich schon vor einem Jahr den einfachen Weg gewählt und mir einen MobileMe Account-Key aus den USA bestellt (für 40€/Jahr fand ich fair), aber gehen wir mal davon aus, dass ich es nicht verlängern möchte (kommt aber nicht vor)…Mal zu deinen Programmen/ Lösungen die du benutzt, die ich nicht kenne: Delicious.
    Dieses kann nur die Lesezeichen des Browsers syncen? Mehr nicht? Würde ich per Hand machen denke ich. Habe auch gerade gelesen, dass deren Zukunft nicht ganz so rosig zu sein scheint.
    Evernote.
    Sieht verdammt interessant aus, aber ich dachte, es ist auf jeden Fall zu bezahlen (wieder was gelernt!), was sind denn die Einschränkungen bei der freien Version? Sonst ist das ziemlich interessant, würde ich auch nutzen.
    Things Vs. 2Do
    Wie schon gesagt, ich benutze MobileMe und dadurch bin ich zu 2Do gekommen, es ist eine Universal-App, falls ich es mir mal leiten kann ein iPad(2) zu kaufen schon mal ein Vorteil, aber der Entscheidende ist, dass es sich über MobileMe (und der kleinen Server-App auf dem Mac) synct. Kostet zwar einen kleinen Aufpreis, aber was macht man nicht für die Faulheit.
    Deine Adressen und Kalender könntest du mit Hilfe von google syncen. Die bieten einen Exchange-Service für das iPhone an (http://www.google.com/mobile/sync/) und mit einem kleinen Trick (http://www.google.com/sync/mac.html)kannst du die Kalendereinträge nicht nur abonieren. mit den Kontakten bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich hatte es mal (vor Monaten) meiner Freundin eingerichtet.
    1Password.
    Es ist ein Traum! Da kannste mal Denis fragen, dem hab ich bei einer Aktion eine Serial geschenkt. Zumal der sync über die Dropbox (dank der langsamen iDisk benutze ich die auch) perfekt läuft. iMac, MacBook und iPhone, alles nur EIN Passwort! Nur zu empfehlen!
    Also vielen Dank für deinen Artikel und vielleicht konntest du mit meinen Tipps und Anregungen was anfangen.

  2. sven says:

    Hey Torsten,
    besten Dank für dein Feedback. Hast du inzwischen Evernote testen können?
    Kurz zu den Einschränkungen der kostenlosen Version: Es stehen lediglich 40MB an monatlichem Sync-Traffic zur Verfügung. Das hört sich verdammt wenig an, aber ich benutze Evernote hauptsächlich für Textnotizen, ab und zu Mal ein Bild, ab und zu Mal Websiten-Bookmarks und ganz gelegentlich mal für Audio-Notizen. In dieser Nutzung habe ich es praktisch ein einziges Mal geschafft, die 40 MB annähernd zu verbrauchen.
    Zweite Einschränkung: Man kann Notizen nicht für andere angemeldete Nutzer freigeben. Naja, Sharing ist bestimmt praktisch, aber ich brauche es derzeit nicht.

    Zu 1Password werde ich Denis demnächst mal ausfragen.

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